Frankfurter Rundschau vom 17.3.05

 

 

Irische Balladen, dazu ein Glas Guinness

Mit Folk-Musik von der grünen Insel macht Ceol na gCuach aus Reinheim Tanzmuffeln Beine / Konzert am Samstag

VON NINETTE KRÜGER (REINHEIM)

 

Bei Ceol na gCuach ist Mitmachen Programm. Denn erst, wenn ihr Publikum locker um die Beine wird, kommt die Irish-Folk-Band aus dem Reinheimer Ortsteil Spachbrücken richtig in Fahrt. Ceol na gCuach (gesprochen: Kioll na Kchukk) ist gälisch und bedeutet so viel wie "Kuckucksmusik". Die Spachbrücker würden umgangssprachlich "Kuckucks" genannt, schildert Bandmitglied Jürgen Poth, wie es zu dem seltsam klingenden Bandnamen kam. Der Irland-Fan hatte vor einiger Zeit die Idee, eine irische Gruppe zu gründen.

 

Damit habe er auch das etwas eingeschlafene Vereinsleben in Spachbrücken wieder beleben wollen, erzählt Poth, selbst Mitglied des Vereins Kuckuckshütte. Vor gut einem Jahr fanden sich dann acht Musikbegeisterte zusammen, um gemeinsam irische Musik-Tradition hochzuhalten. Zusammen mit dem Kuckucksverein waren im Mai 2004 einige Mitglieder in Irland auf der "Fleadh na gCuach", dem Kuckucksfestival in Kinvara, an der Westküste. "Von dort haben wir viele Lieder mitgebracht", erzählt Jürgen Poth, der regelmäßig nach Irland reist, "um sich inspirieren zu lassen", wie er sagt.

 

Genauso vielfältig wie ihre Musik ist auch der musikalische Background der acht Hobbymusiker. Stefanie Ihrig beispielsweise kommt eigentlich aus der Rock-Pop-Ecke und war in früheren Jahren als Sängerin von Jazz-Stücken unterwegs. Irgendwann habe sie dann gemerkt, dass ihre Stimme besser zu Folk-Arrangements passt. Und in der Tat: wenn sie singt, schwingt ein Timbre mit, das stark an die eigenartig schön und melancholisch klingenden Stimmen irischer Sängerinnen erinnert. Zusammen mit Jürgen Poth, der auch Gitarre spielt, singt sie traurige Balladen, Trink- und Tanzlieder, aber auch kritische Stücke um religiöse Themen und Hungersnot - rund 60 Stücke haben die Musiker im Repertoire.

 

Poths Sohn Jonas ist mit 18 Jahren das Küken in der Band. Er spielt Geige und Mandoline. Das Musizieren mit dem Bodráhn, einer irischen Trommel, hat Ulrich Keil in einem Workshop gelernt, Bandkollegin Carmen Dylla hat eine klassische Violinenausbildung und spielt außerdem noch in der Fürther Folk-Werkstatt. Sie hingegen verzichtet lieber auf das Singen. "Ich mag unsere Instrumental-Stücke sehr gerne", berichtet sie. Davon gebe es aber leider nicht so viele. "Das hat einen einfachen Grund", fügt Jürgen Poth hinzu, "unser Publikum freut sich, wenn es mitsingen und mitwippen kann. Und das ist uns auch wichtig: Bei unseren Auftritten sollen die Leute richtig Mitmachen." Dies sei bei dem gemeinhin zurückhaltenden deutschen Publikum ein eher seltenes Ereignis und müsse ordentlich gefördert werden. Ceol na gCuach haben da ein geeignetes Mittel gefunden. Mit guter Laune und einem Fass Guinness im Gepäck animiert die Band selbst eingefleischte Tanzmuffel zum Bewegen.

 

Auch über neue Mitspieler würden sich die Musiker freuen. "Bei unseren Konzerten kann jeder mitmachen, der will, je mehr Instrumente, desto abwechslungsreicher ist die Musik", sagt Stefanie Ihrig.

 

Am Samstag, 19. März, feiert die Band zu Ehren des heiligen Patrick mit original gezapftem Guiness, Irish Stew und irischem Whiskey. Beginn des Konzerts ist um 20 Uhr in der Kuckuckshütte, einen Kilometer westlich von Spachbrücken.